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Linklaters Report: Chinesische Auslandsinvestitionen in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar in den kommenden zehn Jahren

Höherer regulatorischer Hürden zum Trotz: Chinesische Unternehmen werden in den kommenden zehn Jahren Auslandsinvestitionen in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar tätigen. Das entspricht einem zu erwartenden Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Gesamtvolumen von 880 Milliarden US-Dollar aus dem Zeitraum von 2007 bis 2016. Diese Zahlen entstammen dem aktuellen Linklaters Report „Getting over the line. Clearing regulatory hurdles to outbound M&A“.

Als Grund für die künftig signifikant steigenden Auslandsinvestitionen führt der Linklaters Report Chinas ambitionierte Wirtschaftsinitiativen sowie die aus den jüngsten erfolgreich abgeschlossen oder versuchten M&A-Transaktionen resultierenden Erfahrungen an. Wenn sich die Schlagzahl bei den Outbound-Deals in letzter Zeit auch etwas verlangsamt haben sollte, machen Chinas langfristige Bestrebungen deutlich: Nach außen gehende Investitionen und Akquisitionen werden in den kommenden Jahren eine treibende wirtschaftliche Kraft sein. Dies zeigen nicht zuletzt die staatlichen Initiativen „Made in China 2025“ und „Silk Belt & Road“, zu deren Kern jeweils Investitionen und Akquisitionen im Ausland gehören.

„Trotz der zunehmend intensiveren Prüfung von M&A-Transaktionen mit chinesischer Beteiligung durch die Behörden in China sowie im Ausland und dem ausländischen Ruf nach mehr Reziprozität, verfolgt die chinesische Seite klar definierte Ziele für ihre grenzüberschreitenden Transaktionen. Dies wird auch von politischer Seite durch Initiativen wie das Seidenstraßenprojekt ‚Belt & Road‘ unterstützt“, sagt Wolfgang Sturm, Partner bei Linklaters sowie Leiter des deutschen China Desks und fügt hinzu: „Auch wenn aktuell einige Transaktionen blockiert oder aufgegeben wurden, lernen beide Seite dazu. Das wird letztlich die Reibungsverluste mindern und die Dynamik bei den Transaktionen erhöhen. Die Beteiligung chinesischer Bieter in Auktionen ist jedenfalls nach wie vor beachtlich.“

Schätzungen im Linklaters Report zufolge wurden 2016 chinesische Outbound-Investitionen in Höhe von 40 bis 75 Milliarden US-Dollar von Regulierungsbehörden blockiert oder von Investoren zurückgezogen – bei einem geschätzten Gesamtvolumen von 220 Milliarden US-Dollar.

"Die Bundesregierung hat vor kurzem das Außenwirtschaftsgesetz geändert, um schärfere Kontrollen bei ausländischen Investitionen in strategisch bedeutenden Sektoren vornehmen zu können“, erläutert Sturm. „Entsprechende Bestrebungen sehen wir auch auf EU-Ebene sowie in den USA. Sowohl Käufer als auch Verkäufer von Unternehmen sollten diese veränderten politischen Rahmenbedingungen im Blick haben und ihre Strategien entsprechend anpassen.“

Die prognostizierten Zahlen entstammen der heute vorgestellten aktualisierten Fassung des Linklaters Reports „Getting over the line. Clearing regulatory hurdles to outbound M&A“, dessen erste Fassung im März dieses Jahres veröffentlicht worden ist. Verzögerte oder zurückgezogene Akquisitionen, die von den jeweiligen Regierungen als "kritisch" oder "signifikant" für die nationale Sicherheit oder das nationale Interesse eingestuft wurden, gab es dem Report zufolge insbesondere in den Sektoren Energieinfrastruktur, Hochtechnologie und Elektronik.