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Private Placements im Fokus

Studie der EU-Kommission sieht großes Potenzial für Schuldscheine und Privatplatzierungen in Europa

Erklärtes Ziel der EU-Kommission ist es, vor allem für kleine und mittelgroße Unternehmen verbesserte Rahmenbedingungen im Bereich der Finanzierung zu schaffen. Zu den innovativen Formen der Unternehmensfinanzierung, die die EU-Kommission in diesem Zusammenhang im Blick hat, zählt auch die Mittelaufnahme durch Privatplatzierungen (private placements / PP).

Zur Einschätzung des europaweiten Marktpotenzials dieser Finanzierungsform hat die Europäische Kommission die Studie „Identifying market and regulatory obstacles to the development of private placement of debt in the EU“ in Auftrag gegeben, die von The Boston Consulting Group (BCG) und Linklaters LLP durchgeführt wurde.

Wir sehen europaweit großes Potenzial für PPs als alternatives, zusätzliches Finanzierungsinstrument, vor allem im Cross-Border-Bereich. PPs bieten eine hervorragende Ergänzung zur klassischen Kreditfinanzierung und eröffnen Unternehmen Zugang zu neuen Investorengruppen. Immer mehr Emittenten aus dem europäischen Ausland interessieren sich beispielsweise für den deutschen Schuldschein-Markt. Die qualitative Begleitung durch die arrangierenden Banken sowie die Bandbreite der Investoren führen immer wieder zu einem attraktiven Preis-Mix für Emittenten.

Dr. Christian Storck, Partner im Bereich Kapitalmarktrecht

Der Schuldschein-Markt in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Im Jahr 2016 wurden - soweit bekannt - rund 120 Transaktionen mit einem Emissionsvolumen von 25 Milliarden Euro durchgeführt. Auch in Frankreich hat sich in den vergangenen Jahren ein Markt für Privatplatzierungen entwickelt. Für viele europäische KMU können Privatplatzierungen der erste Schritt Richtung Kapitalmarkt sein und neue Investorengruppen ansprechen.

Die Studie hebt das große Marktpotenzial im Bereich Cross-Border-Aktivitäten in Europa hervor. So ließen sich in Frankreich für 2016 30 Prozent des Marktvolumens internationalen Emittenten zurechnen. In Deutschland waren es im gleichen Jahr schon rund 40 Prozent. Bereits heute können Unternehmen aus allen EU-Ländern Privatplatzierungen in den existierenden Märkten begeben. 

Basierend auf der EU-weiten Anzahl potenzieller Emittenten erwartet die Studie substanzielles Potenzial für Cross-Border-Aktivitäten in Ländern mit mindestens 1.000 potenziellen Emittenten. Dieses Kriterium wird derzeit erfüllt von Italien, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Österreich, Dänemark, Irland, Schweden, Polen und Großbritannien. Für die Ausweitung der Cross-Border-Aktivitäten innerhalb der Europäischen Union gibt es der Studie zufolge keine signifikanten regulatorischen Hindernisse. 

Ausführliche Informationen zum Thema Schuldscheine und Privatplatzierungen in Europa finden Sie in der Studie „Identifying market and regulatory obstacles to the development of private placement of debt in the EU“ und in unserer Pressemitteilung.

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